Impfungen
   
 

Bei den Impfungen im Kindesalter hat sich in den letzten Jahren viel Neues ergeben, insbesondere wurde die Verträglichkeit verbessert und das Impfen durch Kombinationen stark vereinfacht.

Ein Expertenrat, die sog. Ständige Impfkomission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin trifft sich zweimal im Jahr und spricht Empfehlungen aus.

Dabei wird unterschieden zwischen Impfungen,

die praktisch bei jedem
gemacht werden sollten

und sogenannten Indikationsimpfungen für bestimmte
Personengruppen mit erhöhter Gefährdung.

Der Impfkalender für Säuglinge, Kinder und Jugendliche enthält nur Impfungen, die von sehr seltenen Ausnahmen (die Ihr Kinderarzt kennt) abgesehen, bei Allen gemacht werden sollten zum individuellen Schutz und für die Gesundheit der Bevölkerung (es handelt sich ja um übertragbare Krankheiten).

Impfkalender Stand Juli 2006

Impfstoff/
Antigen-
kombinationen
Alter in vollendeten Monaten Alter in Jahren
Geburt 2 3 4 11-14 15-23 5-6 9-17
T*   1. 2. 3. 4.   A A
D/d* siehe b)   1. 2. 3. 4.   A A
aP/ap*   1. 2. 3. 4.   A A
Hib*   1. 2.c) 3. 4.      
IPV*   1. 2.c) 3. 4.     A
HB* d) 1. 2.c) 3. 4.     G
Pneumokokken**   1. 2. 3. 4.      
Meningokokken         1.e) ab vollendetem 12.
Lebensmonat
MMR         1. 2.    
Varizellen         1. f)    

Erklärung:
D/d = Diphterie

T = Tetanus (Wundstarrkrampf)

aP/ap = azellulärer Impfstoff gegen Pertussis (Keuchhusten) dies ist der neue gute verträgliche Impfstoff

Hib = Impfung gegen Hämophilus influenazae b, den häufigsten Erreger einer gefährlichen bakteriellen
Gehirnhautentzündung (Meningitis) im Säuglingsalter

IPV = injizierter Impstoff gegen Poliomyelitis (Kinderlähmung) Virus, die Schluckimpfung gibt es nicht mehr

HB = Impfung gegen Hepatitis B

MMR = Impfung gegen Masen, Mumps und Röteln

Varizellen = Windpocken

Um die Zahl der Injektionen möglichst gering zu halten, sollten vorzugsweise Kombinationsimpfstoffe verwendet werden. Impfstoffe mit unterschiedlichen Antigenkombinationen von D/d, T, aP/ap, HB, Hib, IPV sind verfügbar. Bei Verwendung von Kombinationsimpfstoffen sind die Angaben des Herstellers zum Impfalter und zu den Impfabständen zu beachten.

A Auffrischimpfung: Diese sollte möglichst nicht früher als 5 Jahre nach der vorhergehenden letzten Dosis erfolgen.
G Grundimmunisierung aller noch nicht geimpften Jugendlichen bzw. Komplettierung eines unvollständigen Impfschutzes
S Standardimpfungen mit allgemeiner Anwendung = Regelimpfungen

a) Zu diesen Zeitpunkten soll der Impfstatus unbedingt überprüft und gegebenenfalls vervollständigt werden.
b) Ab einem Alter von 5 bzw. 6 Jahren wird zur Auffrischimpfung ein Impfstoff mit reduziertem Diphtherietoxoid-Gehalt (d) verwendet.
c) Bei monovalenter Anwendung bzw. bei Kombinationsimpfstoffen ohne Pertussiskomponente kann diese Dosis entfallen.
d) Siehe Anmerkungen „Postexpositionelle Hepatitis-B-Immunprophylaxe bei Neugeborenen“ (S. 237)
e) Der Meningokokken-Konjugatimpfstoff sollte nicht gleichzeitig mit Pneumokokken-Konjugatimpfstoff oder MMR- und Varziellen-Impfstoff oder
MMRV gegeben werden. Siehe auch „Anmerkungen zu den im Impfkalender aufgeführten Impfungen“ (S. 238).
f) Bei Anwendung des Kombinationsimpfstoffes MMRV sind die Angaben des Herstellers zu beachten. Entsprechend den Fachinformationen ist die Gabe einer 2. Dosis gegen Varizellen erforderlich. Zwischen beiden Dosen sollten 4 bis 6 Wochen liegen.

* Abstände zwischen den Impfungen mindestens 4 Wochen; Abstand zwischen vorletzter und letzter Impfung mindestens 6 Monate
** Generelle Impfung gegen Pneumokokken für Säuglinge und Kleinkinder bis zum vollendeten 2. Lebensjahr mit einem Pneumokokken-
Konjugatimpfstoff; Standardimpfung für Personen  60 mit Polysaccharid-Impfstoff und Wiederimpfung im Abstand von 6 Jahren
*** Mindestabstand zwischen den Impfungen 4 Wochen
**** Jährlich mit dem von der WHO empfohlenen aktuellen Impfstoff
***** Jeweils 10 Jahre nach der letzten vorangegangenen Dosis


Indikationsimpfungen
Darunter werden unten aufgeführte Impfungen verstanden, die für eine besonders gefährdete Personengruppe oder in einer besonderen Krankheitssituationen (zB Epidemien) durchgeführt werden sollten.

FSME (Frühsommermeningoenzephalitis) - Impfung.
Das FSME-Virus wird durch Zecken übertragen. Nur in bestimmtem Gegenden Deutschlands besteht nach Zeckenbiß ein Infektionsrisiko. Hier kann über die Impfung diskutiert werden. Für Kinder unter 12 Jahren gibt es im Augenblick keinen Impfstoff. Ende 2001 ist allerdings ein neuer Impfstoff für Kinder zu erwarten.

Hepatitis A - Impfung
Die Impfung gegen diese Form der infektiösen Leberentzündung wird nur für Kinder empfohlen mit chronischer Lebererkrankung oder Bluterkrankheit.

Grippe - Impfung
empfohlen für Kinder mit chronischen Krankheiten der Lunge, des Herz/Kreislaufsystems, Leber, Niere oder des Immunsystems und Diabetes. Evt wenn eine größere Grippeepidemie im Anmarsch ist.

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