Fragen und Antworten - Kinderkrankheiten
   
 

Anfang des Jahres 2002 erkrankten in Coburg beinahe 1000 Kinder und Jugendliche an Masern; 43 von Ihnen mussten wegen Komplikationen wie Lungenentzündung, Bronchitis oder Krampfanfällen stationär behandelt werden. 94% aller Erkrankten waren nicht gegen Masern geimpft. Kinderkram?

 

In Süditalien erkrankten im 1. Halbjahr 2002 mehr als 20.000 Menschen an Masern; 3 der Erkrankten starben, 13 Personen erkrankten an einer Masern-Gehirnentzündung. Fast alle Erkrankten waren nicht gegen Masern geimpft. Kinderkram?

Leider denken viele Menschen bei dem Begriff „Kinderkrankheiten“ an harmlose Erkrankungen, an denen allenfalls Kinder erkranken können. Dabei verbergen sich hinter diesem Wort meist sehr schwere Erkrankungen mit teilweise tödlichem Verlauf oder bleibenden Behinderungen. Kinderkrankheit heißen diese Erkrankungen aber, weil man wegen ihrer hohen Ansteckungsrate meist schon im Kindesalter daran erkrankt. Zu diesen Kinderkrankheiten gehören neben den Masern die Kinderlähmung, Diphtherie (Würgengel der Kinder), Röteln, Mumps und Keuchhusten. Dabei können Impfungen diese Kinderkrankheiten sowie eine Reihe anderer Krankheiten wie Tetanus wirksam verhindern.

Die Impfung gegen die Kinderlähmung (Polio) ist dafür ein beeindruckendes Beispiel: 1952 erkrankten 10.000 Menschen in Deutschland mit schlaffen Lähmungen an dieser Krankheit; nach der Einführung regelmäßiger Schluckimpfungen im Februar 1962 wurden nur noch 300 Erkrankungen registriert, im Juni 2002 wurde Europa als poliofrei erklärt!

Leider sind die Impfraten bei Masern, Mumps und Röteln in Deutschland noch nicht auf dem Niveau, um das von der Weltgesundheitsorganisation WHO gesetzte Ziel einer Ausrottung auch dieser Krankheiten zu erreichen.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte möchte auf die herausragende Rolle der Impfungen bei der Vorbeugung von Krankheiten hinweisen. Weil Kinderkrankheiten eben doch kein Kinderkram sind.