Fragen und Antworten - Halsschmerzen
   
  Halsschmerzen entstehen durch eine Entzündung der Rachenschleimhaut. Manchmal ist bei einer solchen Entzündung auch eine Rötung des Gaumens, der Gaumenmandeln und der Rachenhinterwand zu sehen. Wenn diese Rötung sehr deutlich ist, kann es sich um eine durch Streptokokken ausgelöste Angina handeln.

Streptokokken sind Bakterien, die oft neben den Halsschmerzen auch ein allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, geschwollene Halslymphknoten und manchmal einen roten Ausschlag verursachen. Wenn dieser Ausschlag auftritt, heißt die Erkrankung Scharlach, ohne Ausschlag spricht man von Streptokokkenangina.

In beiden Fällen muß eine antibiotische Behandlung erfolgen, da die Streptokokken auch eine Entzündung der Nieren und des Herzens verursachen und dadurch bleibende Schäden zurücklassen können. Kinder, die an einer Streptokokkeninfektion erkrankt sind, müssen auch nach Beginn der antibiotischen Behandlung noch zwei Tage auf den Besuch von Kindergarten oder Schule verzichten, da sie sonst andere Kinder anstecken könnten.

Viel häufiger als Streptokokkeninfektionen kommen aber Viruserkrankungen als Ursache von Halsschmerzen vor. Wenn zusätzlich andere Symptome eines Atemwegsinfekts wie Husten und Schnupfen bestehen, handelt es sich meistens um eine virale Erkrankung. Umgekehrt sind Fieber, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schwellung der Halslymphknoten und allgemeines Krankheitsgefühl bei viralen Infekten oft weniger ausgeprägt als bei der Streptokokkenangina.

Die Unterscheidung zwischen Streptokokkenangina und Virusinfekt als Ursache der Halsschmerzen erfordert viel Erfahrung und ist manchmal nur durch eine Untersuchung des Rachensekrets mit Hilfe eines Rachenabstrichs möglich. Dem Kinderarzt vorgestellt werden sollten darum:

Kinder mit Halsschmerzen und Hautausschlag
Kinder mit Halsschmerzen und Fieber über 39°C länger als 2 Tage
Kinder mit Halsschmerzen, die außerdem eine
Herzerkrankung haben
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Wenn eine Streptokokkenerkrankung ausgeschlossen ist, brauchen keine Antibiotika eingenommen zu werden. Wie bei allen Virusinfekten ist auch hier die körpereigene Immunabwehr fast immer in der Lage, die Krankheitserreger innerhalb weniger Tage abzutöten. Auch Antibiotika, die in Form von Lutschpastillen verabreicht werden, sind in solchen Fällen eher schädlich, da sie gegen Viren gar nichts nützen, aber die schützende natürliche Rachenflora zerstören.

Durch Tee oder Lutschbonbons können die Schmerzen manchmal abgemildert werden. Verlauf und Dauer der Erkrankung sind allerdings im Fall von Virusinfekten nicht durch Medikamente beeinflussbar.