Fragen und Antworten - Ernährung beim Säugling
   
 

1.-3. Lebensmonat:
5-6 Mahlzeiten mit Muttermilch oder Fertigmilchen vorzugsweise "Pre" Milchen, bei denen die Trinkmenge vom Säugling selbst bestimmt werden kann. (Kontrolle: wöchentl. Gewichtszunahme: 150-200 g). Kein Brei, kein Gemüse! Bei nicht voll gestillten Kindern ab 7. Woche 1-2 Tl. Obstsaft (Apfelsinen), langsam steigern auf 8 Teelöffel pro Tag.
Kommen in der engeren Familie Allergien oder Ekzeme vor, empfiehlt sich als vollwertige Säuglingsmilch Beba HA oder Aletemil HA. Dies sind auch sehr vorteilhafte Zufütterungsnahrungen bei überwiegend gestillten Säuglingen.

 

 


ab 4. Lebensmonat (3 Monate alt):
4-5 Mahlzeiten, davon 3-4 mit Muttermilch oder adaptierten Milchen. Mit Beginn dieses Monats Gewöhnung an Karotten mit dem Löffelchen vor der Mittagsmahlzeit. Menge zügig steigernd. Am Ende dieses Monats soll eine Milchmahlzeit durch eine Karotten - Kartoffel- Mahlzeit ersetzt sein. (Rezept: 100 g gekochte Karotten, 50 g gekochte Kartoffeln und 5-10 g Butter, o h n e Salz vermengt.) Kommen in der engeren Familie Allergien oder Ekzeme vor, empfehlen sich statt Karotten die weniger allergieverursachenden Gemüse Brokkoli oder Zucchini.
Nachspeise: Obstmus (geschl. Banane, geriebener Apfel, bei Allergiegefährdung besser Birne).

ab 6. Lebensmonat (5 Monate alt):
2 Milchnahrungsmahlzeiten wie oben. Dazu eine Mahlzeit: 200 g Karotten - Kartoffeln wie oben und eine Mahlzeit: 150-200 g Vollmilchbrei. Dazu Obstsaft und Obstmus.

ab 7. Lebensmonat (6 Monate alt):
1.Mahlzeit:
200-250 g Folgemilch als Flasche ( wegen Eisenanreicherung, Eiweißanpassung, Vitaminanreicherung und den essentiellen Fettsäuren ist sie pasteurisierter Frischmilch (Nicht kochen!) oder notfalls H- Milch mit 3,5% Fett vorzuziehen).
2.Mahlzeit:
200-250 g Gemüse - Kartoffelbrei. Dazu 3 x wöchentlich 2-3 Teelöffel passiertes Fleisch. An 1-2 fleischfreien Tagen 1 gekochtes Eigelb in die Gemüsemahlzeit verdrückt unterrühren!
3.Mahlzeit:
200-250 g Getreideflocken - Obstbrei ohne Milch mit 5-10 g Butter (Vollkornflocken, Graubrot oder gelegentlich Zwieback in heißem Wasser einweichen, abtropfen lassen, Butter zugeben, mit geriebenem Apfel, Banane u. s. w. verrühren, mit Zucker und Zitronensaft abschmecken). Den zu eiweißreichen Quarkobstbrei nicht, oder nur selten geben!
4. Mahlzeit:
200-250 g Vollmilchbrei mit Fruchtsaft. Im Sommer und bei Fieber zusätzlich keine Milch, sondern Tee anbieten!

ab 10. Lebensmonat ( 9 Monate alt) :
Schrittweise Übergang zur Ernährung des Kleinkindes. Jetzt kann aus dem Becher getrunken u. gelöffelt werden. Schrittweise Annäherung an die Essgewohnheiten der Familie.

Wenn jetzt auch die für die Mutter bequemen Flaschenmahlzeiten zu lange und zu häufig beibehalten werden, entsteht die Gefahr der qualitativen Unterernährung genauso wie der Kau- und Schluckfaulheit. Im ersten Lebensjahr geben wir den Kindern k e i n e n Honig! Auf Fisch, Nüsse, Soja und tropische Früchte noch verzichten!

Allgemeine Richtlinien zur Säuglingsernährung

Diese Vorschläge zur Säuglingsernährung können in gewissen Grenzen den individuellen Bedürfnissen des Kindes angepaßt werden.
Das von der Industrie angebotene Sortiment von Milch- und Beikostnahrungen und die entsprechenden vielfältigen Ernährungspläne können nicht kritiklos übernommen werden.
Das Stillen der Mutter ist die natürlichste Ernährungsform für den Säugling im ersten Lebenshalbjahr. Wenn die Mutter ihr Kind nicht stillen kann oder will, sollten vorzugsweise Milcharten verwendet werden, die der Mutter-milch ähnlich gemacht worden sind. ("Adaptierte", nur in Ausnahmefällen "teiladaptierte" Milchen.)
Die Dick- oder Dünnflüssigkeit einer Säuglingsnahrung sagt nichts über Nährwert der Milch aus. Es sollte deshalb die Zubereitungsvorschrift der Herstellerfirma genau beachtet werden, weitere Zusätze zur Milch sind unnötig.

Vitamin und Mineralbedarf

Durch die Obst-, Gemüsesäfte und Breie erhält das Kind genügend Vitamin A und C. Vitamin D muß jedem Säugling 2 Jahre lang täglich zugeführt werden. Kalk erhält das Kind genügend aus der Milch.
Zur Verhütung von Karies ( Zahnfäule) sollte jeder Säugling ab 6 Monate täglich 1/4mg Fluor bekommen. Bei familiärer Anlage zur Kropfbildung empfiehlt sich eine vorsorgliche Gabe von Jod.

Wöchentliche Gewichtszunahme:

1. Vierteljahr: 150 - 200g 2. Vierteljahr: 130 - 170g
3. Vierteljahr: 100 - 120g 4. Vierteljahr: 80 - 90g


Der Säugling sollte:

Im 1. Vierteljahr täglich 1/6 des Körpergewichts in Gramm Flüssigkeit trinken.

Im 2. Vierteljahr täglich 1/7 des Körpergewichts in Gramm Flüssigkeit trinken.

Im 3. und 4. Vierteljahr täglich 1/8 des Körpergewichts in Gramm Nahrung zu sich nehmen.

800g Milch sollten am Tag nicht überschritten werden. An heißen Tagen oder bei Fieber kann zusätzlich Tee gegeben werden.