Fragen und Antworten - Wem hilft Ergotherapie?
   
 

Ergotherapie ist eine wichtige Therapie für Kinder mit speziellen Defekten in ihrer Entwicklung. Ziele der Ergotherapie sind nach Prof. H. Bode

Hilfe für das Kind zum Erlernen von

Kulturtechniken (Schreiben etc.)
lebenspraktischen Alltagsfunktionen (z.B.
Nahrungsaufnahme, An/Ausziehen)
Befähigung zu einem dem Entwicklungsstand
angemessenen Spiel
sozialer Kontaktfähigkeit, Selbstsicherheit
kompensatorischer Strategien und Techniken für
ausgefallene Funktionen
oder für die Anpassung von Hilfsmiffeln

Für die Verordnung von Ergotherapie trägt alleine der Arzt die Verantwortung. Er haftet den Kassen gegenüber auch für die verantwortliche Verordnung. Im Sinne der Behandlung von Krankheiten kann Ergotherapie nur dann durch den Arzt verschrieben werden, soweit eine deutliche Beeinträchtigung eines oder mehrerer spezifischer Bereiche gegenüber dem sonstigen Entwicklungsstand vorliegt.

Ergotherapie kann kein Ersatz für andere allgemeine und auch häusliche Fördermöglichkeiten darstellen. Daher ist eine Verordnung

präventiver Ergotherapie und bei allgemeinem Entwicklungsrückstand nicht möglich!

Folgende Regeln müssen bei Dauer und Durchführung der Ergotherapie Beachtung finden:

1. Die Zuweisung an einen in der Ergotherapie von Kindern erfahrenen Therapeuten ist ausschließlich nach Indikationsstellung durch den Kinderarzt möglich.

2. Eine ergotherapeutische Diagnostik muss unter Einbeziehung standardisierter und validierter Tests erfolgen, in der Regel nicht mehr als von 2 Stunden Dauer.

3. Es muss eine standardisierte Dokumentation ergotherapeutischer Befunde und Formulierung konkreter Therapieziele für die nächsten 6 Monate erfolgen mit Mitteilung an den überweisenden Kinderarzt und die Eltern.

4. Ergotherapie wird für 20 Therapiestunden je 45 Minuten bzw. 6 Monate (1 x wöchentlich) rezeptiert.

5. Zwingend erforderlich ist dabei die Einbeziehung, Anleitung, Beratung der Eltern durch den Ergotherapeuten

6. Nach Ablauf von Punkt 4 ist die Uberprüfüng der Erreichung der Therapieziele durch den Ergotherapeuten und Mitteilung analog zu Punkt 3 an den Kinderarzt

7. Danach muss eine erneute Untersuchung des Kindes durch den Kinderarzt erfolgen. Er entscheidet in Absprache mit den Bezugspersonen über Weiterführung bzw. Beendigung der Therapie.

8. Therapien von mehr als insgesamt 40 Therapiestunden je 45 Minuten (innerhalb von 12 - 18 Monaten ggf. unter gezielter Nutzung von Therapiepausen) sollten die Ausnahme bleiben und bedürfen einer besonderen Begründung.